Zehn Jahre LIFE-IP ZENAPA: Gemeinsam für Klima, Natur und nachhaltige Regionen
Abschlussveranstaltung am Umwelt-Campus Birkenfeld verbindet Rückblick, Praxiserfahrungen und Zukunftsperspektiven
Birkenfeld, 28. September 2026. Nach zehn Jahren engagierter Projektarbeit geht das von der Europäischen Union geförderte Klimaschutzprojekt LIFE-IP ZENAPA zu Ende. Vom 22. bis 24. September kamen rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Einladung des Projektkoordinators Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umwelt-Campus Birkenfeld sowie bei Exkursionen in die Region zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungstage stand die Vorstellung erfolgreicher Ansätze, Ergebnisse und Erfahrungen aus einem Jahrzehnt ZENAPA.
Ferner wurde mit Akteurinnen und Akteuren aus Kommunen, Landwirtschaft und Großschutzgebieten über die Verstetigung und Fortführung der ZENAPA-Ansätze diskutiert und dabei unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis zusammengeführt.
Rückblick auf zehn Jahre Projektarbeit
Den Auftakt der dreitägigen Veranstaltung bildete am 22. September die Abschlusskonferenz am Umwelt-Campus Birkenfeld. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Peter Heck, geschäftsführender Direktor des IfaS, folgten Grußworte und Impulse der rheinland-pfälzischen, saarländischen und luxemburgischen Ministerien sowie der Europäischen Union. Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius aus Rheinland-Pfalz, Dr. Silke Kruchten aus dem Saarland, Dr. Andrew Ferrone aus Luxemburg sowie Bernd Decker von der europäischen Exekutivagentur CINEA würdigten die Ergebnisse und die Wirkung des Projekts. Dabei wurde deutlich, dass ZENAPA durch Wissenstransfer, neue Kooperationen, konkrete Praxisprojekte und langfristige Strukturen einen nachhaltigen Mehrwert für die Regionen geschaffen hat. Die im Projekt entwickelten Ansätze werden auch über das Projektende hinaus wichtige Impulse für Klima- und Naturschutz sowie eine nachhaltige Regionalentwicklung geben. Anschließend stellte Prof. Dr. Peter Heck zentrale Ergebnisse und besondere Meilensteine aus zehn Jahren LIFE-IP ZENAPA vor. Dabei wurde deutlich, dass sich das Engagement aller Projektmitarbeiter ausgezahlt hat und das Projekt auf viele Erfolge blicken kann.
Im Mittelpunkt der anschließenden Podiumsdiskussion stand das Spannungsfeld von Klima- und Naturschutz aus Sicht der Projektpartner. Diskutiert wurde, wie unterschiedliche Interessen und Zielsetzungen der einzelnen Akteure zusammengebracht und gemeinsame Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung von Regionen geschaffen werden können. Die Podiumsteilnehmenden berichteten dabei aus ihrer praktischen Erfahrung, zeigten Chancen und Herausforderungen auf und machten deutlich, welche Voraussetzungen es braucht, um Klima- und Naturschutz vor Ort erfolgreich miteinander zu verbinden.
Weitere Fachbeiträge im Rahmen der Konferenz zeigten die Bandbreite der ZENAPA-Arbeit: Von Klimaschutz in Großschutzgebieten und Bildung für nachhaltige Entwicklung über Moorwiedervernässung, Agroforst und den Einsatz der Durchwachsenen Silphie bis hin zu kommunalen Wertschöpfungsmodellen, Solarkatastern und neuen Mobilitätsangeboten. Damit wurde deutlich, wie vielfältig die Ansatzpunkte für eine Verbindung von Klima- und Naturschutz sind und wie die Verbindung in der Praxis gelingen kann. Von der Konferenz in die Praxis
Am 23. September führte die Exkursion zunächst zum Hunsrückhaus des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Aktivitäten des Nationalparks im regionalen Klimaschutz und in die Rolle von Großschutzgebieten bei der Entwicklung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Anschaulich wurden dabei verschiedene im Rahmen von ZENAPA realisierte Projekte vorgestellt und präsentiert. Darunter die Elektrifizierung von Werkzeugen und Fuhrpark, der Bau einer Blockhütte aus nachhaltigen Baumaterialien mit eigener Photovoltaikanlage, die Umrüstung der Außenbeleuchtung auf energieeffiziente Leuchtsysteme sowie die Erneuerung des Heizungssystems. Anschließend ging es weiter in die Nationalparkverbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen, wo die Teilnehmenden herzlich von Bürgermeister Markus Schulz und der ZENAPA-Klimawandelmanagerin Anna Dorn empfangen wurden. Bei weiteren Praxisbeispielen wurde deutlich, wie Klimaschutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene umgesetzt und mit den Bedürfnissen und Potenzialen der Region und der Bürgerschaft u. a. in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität verbunden werden können.
Der dritte Veranstaltungstag am 24. September führte zum ZENAPA-Projektpartner Hofgut Neumühle des Bezirksverbands Pfalz. Auf der Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung konnten die Teilnehmenden Einblicke in die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in der landwirtschaftlichen Praxis gewinnen. Die Exkursion bot dabei vielfältige Einblicke – von Anbauflächen der Durchwachsenen Silphie und Agroforstsystemen bis hin zu Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäudebeständen.
Die Exkursionen machten die Ergebnisse der zehnjährigen Projektarbeit unmittelbar vor Ort sichtbar und boten Raum für fachlichen Austausch und Diskussion. Zugleich zeigten sie, dass erfolgreiche Klimaschutz- und Naturschutzmaßnahmen eng mit den jeweiligen regionalen Gegebenheiten, den handelnden Akteuren und tragfähigen Kooperationen verbunden sind.
Zehn Jahre ZENAPA – und viele Impulse für die Zukunft
Die Abschlussveranstaltung machte deutlich: Mit dem Ende der Projektlaufzeit endet nicht die Arbeit an den Themen. Die in zehn Jahren gewonnenen Erfahrungen, entwickelten Instrumente und umgesetzten Praxisbeispiele bieten Anknüpfungspunkte für Kommunen, Landwirtschaft, Großschutzgebiete und weitere Akteure, um erfolgreiche Ansätze weiterzuführen und auf andere Regionen zu übertragen. „LIFE-IP ZENAPA hat gezeigt, dass Klimaschutz und Naturschutz nicht isoliert betrachtet werden müssen. Entscheidend ist, gemeinsam mit den Akteuren vor Ort konkrete Lösungen zu entwickeln und regionale Potenziale zu nutzen“, lautete eine zentrale Erkenntnis der dreitägigen Veranstaltung.
Erfreulicherweise bleiben Netzwerke, Erfahrungen und konkrete Ansätze aus dem Projekt LIFE-IP ZENAPA erhalten und werden von den Partnern zukünftig verstetigt und weiterentwickelt.










